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Entscheidung im Fall „Coldgame“

Autor: Kaimar
abgelegt in: Allgemein

Wie die deutsche eSportsseite readmore.de berichtet, wurde im gestrigen Verfahren des deutschen eSportclans „Coldgame“ gegen ESL-Betreiber „Turtle Entertainment“ eine vorerst rechtsgültige Entscheidung getroffen. Eine der Parteien fühlt sich dabei sichtlich ungerecht behandelt.

Bereits im Dezember letzten Jahres wurde der Spieler Xektor aus dem Counter-Strike-Clan „Coldgame“wegen böswilligen Einsatzes von Fremdsoftware (Sog. Cheats – genauer ein „Aimbot“ und ein „Wallhack“) mitsamt seinem Clan aus der größten europäischen Liga, der ESL (Electronic Sports League) ausgeschlossen. (Wir berichteten)

Doch anstatt dieses Urteil ohne Weiteres hinzunehmen, legte Coldgame Widerspruch ein, besorgte sich einen Anwalt und strebte zunächst eine außergerichtliche Lösung an, was jedoch wegen mangelnden Interesses Seitens des Ligabetreibers scheiterte. Man zog also vor das Landesgericht in Köln, wo die Verhandlung aufgrund des 300-seitigen Beweispapieres, welches Turtle Entertainment vorlegte, bereits nach zwei Minuten vertagt wurde. (Wir berichteten wieder)

Nachdem ein zweiter Versuch, eine außergerichtliche Einigung zu erziehlen wieder von Turtle Entertainment abgewiesen wurde, fand gestern am 22.01.2008 nun die Verhandlung statt. In deren Verlauf gab Richterin Kempermann bekannt, dass „der Antrag von Coldgame auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zur Aufhebung der Sperre für XektoR nach Informationen der ESL abgewiesen wurde“. [quelle]

Ein drittes mal versuchte der Clan Coldgame anschließend , sich mit Turtle Entertainment zusammenzusetzen und den Fall von einem unabhängigen Gremium von Experten und Top-Spielern (den sog. G7) entscheiden zu lassen. Turtle Entertainment ging verständlicherweise nicht darauf ein, denn schließlich waren es Coldgame, die die Sache vor Gericht brachten und dabei verloren. Generell zeigten Sie sich allerdings an der Bildung eines solchen Gremiums interessiert, um derartige Gerichtsverfahren zukünftig zu vermeiden.

Es ist fraglich, ob Coldgame, wie angekündigt, eine Hauptverhandlung vor Gericht anstreben wird, da dies bei geringen Erfolgschancen einen weiteren finanziellen Aufwand zur Folge hätte. Selbst, wenn sie Diese gewännen und man die ESL-Sperre aufheben würde, wäre es zu dem Zeitpunkt bereits zu spät, an den begehrten Ligaspielen teilzunehmen.

Da man sich auf Seiten des Clans immernoch keiner Schuld bewusst zu sein scheint, sehen sich Mitglieder und Fans nun Willkür der ESL ausgesetzt. Da liegt es in der Natur der Sache, dass bereits heftig protestiert und eine erneute Sichtung des umstrittenen Materials gefordert wird. Man darf gespannt sein, ob sich der Clan rehabilitieren kann, wie hoch der Imageschaden der ESL ist und wie lange es dauert, bis unabhängige, einwandfreie Anti-Cheat-Gutachten zum Standard werden.

Vielleicht wäre all das nicht passiert, wenn Xektor auf konventionelles Doping, anstatt auf simple Cheats zurückgegriffen hätte ;)


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Im Streit Coldgame vs. Turtle Entertainment zeigte man sich auf Seiten des Clans nun doch gesprächsbereit.

Nachdem die Cheater-Vorwürfe gegen den Counter-Strike-Spieler XektoR für den Clan Coldgame den Rausschmiss aus der ESL bedeuteten, dieser sich aber keiner Schuld bewusst war, zog man am 10.01.2008 vor Gericht in Köln. Die Verhandlung wurde auf den 22.01.2008 vertagt, weil Turtle Entertainment ein 300-seitiges Manuskript mit angeblichen Gegenbeweisen vorlegte.

Vielleicht war es gerade diese bewusste Demonstration von Turtle Entertainment, mit allem, was die hauseigenen Anwälte bieten konnten, gegen den Clan anzugehen, die Selbigen zu diesen Schritten veranlasste.

Coldgame will die Klage fallen zu lassen, wenn man sich mit dem ESB (eSport-Bund) zusammensetzen und den Fall durch ein unabhängiges Gremium (G7) untersuchen lassen könne.

Der ESB, selbst derzeit in einem strukturellen Wandel begriffen, stimmte der Gründung eines derartigen unabhängigen Gremiums zu. In diesem Schiedsgericht säßen wechselnd verschiedene Spieler, Experten sowie Vertreter von Turtle Entertainment, der ESL und dem ESB.

Lediglich die (von Turtle Entertainment ausgerichtete) ESL hat sich zu den Vorschlägen bisher nicht geäußert.

Turtle Entertainment selbst hat bereits reges Interesse an einem derartigen Vorhaben bekundet, ob der Fall „XektoR“ noch auf diese Art und Weise geklärt werden kann, ist jedoch ungewiss, zumal das gerichtliche Verfahren bereits eingeleitet wurde.

Da sich die ESL bisher nicht zu den Verhandlungsangeboten geäußert hat, wird allgemein auf die Gerichtsverhandlung am 22.01.2008 gewartet.

Es wurde bereits von beiden Seiten angekündigt, dass man, wenn man diese Verhandlung verlieren würde, eine Hauptverhandlung einleiten würde.

Spieler, Fans, der Clan und die Verantwortlichen warten gespannt auf diese Verhandlung.


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Es ist eine Premiere im deutschen eSport:

Erstmals führte der Ausschluss eines Clans aus der größten europäischen eSport-Liga ESL zu einer Gerichtsverhandlung. Grund des Rauswurfs ist das (vermeintliche da noch nicht einwandfrei bewiesene) Cheaten eines Spielers in einem wichtgen Liga-Spiel.

Bereits am 02.12.2007 wurde der Spieler Thomas “XektoR” Koletzek vom Clan “Coldgame” nach einer Partie Counter-Strike gegen die Konkurrenz von “Dangerous Regeneration” von “Turtle Entertainment”, dem Organisator der ESL wegen ‘Benutzung unzulässiger Hilfsmittel’ von sämtlichen Liga-Spielen ausgeschlossen und zu einer zweijährigen Sperre verurteilt. “Coldgame” wurden zudem alle in der EAS (Den Qualifikations- und Auscheidungsturnieren für die EPS - die höchsten ESL-Turniere) erworbenen Punkte abgezogen. Da sich der Clan offensichtlich keiner Schuld bewusst ist, wurde zunächst ein außergerichtliches Schlichtungsgespräch vereinbart, welches aber zu keinem Ergebnis führte.

Somit wurde schließlich im Eilverfahren eine einstweilige Verfügung gegen die Sperre beantragt, über die am vergangegen Donnerstag (10.01.2008) im Kölner Amtsgericht verhandelt werden sollte. Die Verhandlung selbst dauerte allerdings lediglich zwei Minuten und wurde anschließend auf den 22.01.2008 vertagt, da “Turtle Entertainment” eine 300-seitige Gegendarstellung vorlegte, die die Richterin “so nicht überfliegen könne” [1]. Somit warten Spieler, Fans und die Verantwortlichen der Liga nun die Vertagung ab, der nach Aussage beider Parteien im Falle einer Niederlage eine Hauptverhandlung folgen soll.

Trotz des erhöhten finanziellen Aufwandes freuen sich aber beide Parteien auf die Verhandlung.
“Coldgame” erhofft sich (laut Interview) eine Pionierleistung, um der vermeintlichen Willkür und mangelnden Transparenz bei der Verhängung von Strafen seitens “Turtle Entertainment” entgegenzuwirken. Aber auch David “Affentod” Hiltscher, dem Content & Online PR-Manager der ESL, zeigt sich in einem Interview siegessicher und absolut von der Rechtsgültigkeit der Vorwürfe überzeugt (wenn auch auf eine eindeutig manipulative, wenn nicht beleidigende Art und Weise).

Außenstehende können sich von den Vorwürfen, es sein ein sogenannter “Aimbot” (ein Zusatzprogramm, welches das Zielen und Schießen für den Spieler übernimmt) genutzt worden, anhand des folgenden Videos selbst ein Bild machen:

[1] [Quelle: www.readmore.de]


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