Im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung entwickelte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) ihren Fahrplan für das Jahr 2012.

Versammlung ©flickr.com / Virtuelle Akademie
Wie aus der aktuellen Vereinbarung der Gesellschaft hervorgeht, soll nicht nur die Verfolgung von illegalen Downloads und deren Anbietern durch erweiterte Ansätze verbessert werden, sondern auch die IT- und PC-Presse in ihre Schranken gewiesen werden. Tatsächlich sprach man ein warnendes Wort an diese, da sie ihre Leser immer wieder mit dem Versprechen auf einen vermeintlich legalen Weg zur Raubkopie locken würde. Die GVU plane, auf diese Lockgebärden noch energischer zu reagieren und dagegen vorzugehen.
Dafür will man im Bedarfsfall nicht mehr nur das klärende Gespräch mit den Redaktionen suchen, sondern schreckt im Zweifel zukünftig auch nicht mehr davor zurück, sich an den Presserat zu wenden oder in letzter Instanz auch gleich rechtliche Schritte einzuschlagen.
Der Kampf gegen Raubkopien soll in eine verstärkte Runde gehen: laut einem Bericht des Gamesmarkt-Magazins plane die Organisation ihren Kampf mit “ergänzenden Ansätzen” auszubauen. Was genau dies inhaltlich umfassen wird, ist bisweilen noch nicht konkret bekannt. Allerdings spricht man von dem Versuch, die Onlinewerbung auf Portale mit illegalen Downloads oder Links zu diesen zu unterbinden und damit eine gewisse Austrocknung der Angebote zu erzielen. Außerdem möchte man sich seitens der GVU weiterhin für Websperren gegen Webseiten mit diesbezüglich fragwürdigen Inhalten stark machen. Bei diesen Plänen stoßen sie jedoch auf massive Vorbehalte von den Verfechtern eines freien Internets - diese sehen darin die Gefahr einer staatlich unterstützten Konzern-Zensur.
In den USA ist eine ähnliche Bewegung und Gesetzvorhaben unter dem Titel “Stop Online Piracy Act” (SOPA) bereits in der Diskussion. Kritiker sehen hier die Gefahr, dass dadurch anonyme Veröffentlichungen wie etwa auf “Wikileaks” unmöglich gemacht würden und man in eine chinaähnliche Internet-Zensur rutschen könne.